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Henning Surmann lebt für die Musik

Die Corona-Pandemie trifft Henning Surmann tief in sein Musiker-Herz. Der Dirigent des Blasorchesters Ellenstedt vermisst das gemeinsame Musizieren.

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"Wir waren richtig heiß darauf“, sagt Henning Surmann und meint das Jahreskonzert des Blasorchesters Ellenstedt. Am Palmsonntag (5. April) hätte es stattfinden sollen, doch dann kam Corona und alles  wurde abgesagt. Das Vereinsleben kam zum Erliegen, denn seit Mitte März kann nicht mehr geprobt und aufgetreten werden. „Das komplette Jahr ist kaputt“, sagt der 42-Jährige.

Der Wildeshauser ist aber nicht nur Dirigent, sondern auch Lehrer an der Kreismusikschule (KMS) in Vechta. „Das ist mein großes Glück“, sagt Henning Surmann, denn als er vor vier Jahren an der KMS anfing, finanzierte er sich zur Hälfte über die Lehrtätigkeit und zur anderen Hälfte über seine Einnahmen als Dirigent. „In dieser Konstellation wäre es jetzt wahrscheinlich schwierig geworden“, sagt der Blechbläser und ist froh, sich 2019 dafür entschieden zu haben, mehr zu unterrichten und seine Dirigententätigkeit - mit Ausnahme von Ellenstedt-  aufzugeben. „Alleine von der Musik zu leben ist oft schwierig“, meint er und schätzt, dass viele freischaffende Künstler, die nur von ihren Auftrittsgeldern leben, ohne staatliche Hilfe untergehen werden.

Das Blasorchester Ellenstedt. Foto: Blasorchester Ellenstedt
Mit diesem vier Meter langen Alphorn hat Henning Surmann anbreiner WhatsApp-Challenge teilgenommen und den Allgäuer Alpenhornrufbrgespielt. Fotos: Heinzel
Ein Meister der Blasinstrumente. Mit elf Jahren begann erbrTrompete zu spielen und hat sein Instrument von der Pieke auf gelernt. 
Sein Großvater Clemens Surmann war eines der siebenbrGründungsmitglieder des Blasorchester Ellenstedt, die hier auf dem Fotobrzu sehen sind. 
Die sieben Gründungsmitglieder.

Die Situation des Blasorchesters Ellenstedt sieht er als stabil an. Zwar gebe es keine Einnahmen, dafür aber auch keine Ausgaben. Doch Proben, die Arbeit im Verein, das Gemeinschaftliche fehlen einfach.  Zwar gebe es Challenges über WhatsApp oder Ständchen für die Bewohner von Altenheimen, allerdings sei das alles kein echter Ersatz, findet Surmann.

Dennoch: Die Möglichkeiten der neuen Medien seien wie ein „Rettungsanker“. Man könne in Kontakt bleiben und auch etwas machen. Seine Musikschüler hat Surmann in letzter Zeit über Skype unterrichtet. Für den Verein hat er an einer Challenge teilgenommen und mit seinem vier Meter langen Alphorn den „Allgäuer Alphornruf“ gespielt.

Großvater Clemens Surmann war Gründungsmitglied

„Das ist mein Orchester“, sagt Henning Surmann. Der Wildeshauser ist seit seinem elften Lebensjahr in Ellenstedt aktiv. Damals entdeckte er seine Faszination für die Trompete. Später wurde er gefragt, ob er auch das Orchester dirigieren würde. Er sagte zu. Seit 1999 leitet er nun das Blasorchester, welches sein Großvater Clemens 1928 mitgründete.

Henning Surmann schätzt den Zusammenhalt und vor allem die außerordentlich gute Zusammenarbeit im Verein. Kaum verwunderlich ist daher seine Einschätzung: „Die Leute scharren mit den Füßen.“ Sie wollen wieder loslegen und gemeinsam musizieren. Nach der Zwangspause müsse das Blasorchester erst einmal wieder auf „Betriebstemperatur“ gebracht werden - und dazu müsse geprobt werden.

Das Jahreskonzert soll übrigens im Frühjahr 2021 nachgeholt werden. Bis dahin sollen die Stücke wieder perfekt sitzen, sagt Surmann. „Da kriege ich heute noch eine Gänsehaut, wenn das Zusammenspiel des Orchesters perfekt harmoniert und alles funktioniert. Das ist immer wieder schön.“

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