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„Wir sind so doof, wie wir halt sind, aber...“

Die Gartenpartie im Museumsdorf geht zum ersten Mal digital vonstatten: Laien vor der Kamera machen das Beste aus der Notlage.

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Und Ääääktschen!“: Fabian Mofid  zeichnet auf für die Landpartie. Das Arrangement in der Dorfkirche ordnen (von rechts) Julia Schulte to Bühne, Doreen Richter und Mechthild Wilke. Foto: Kreke

Und Ääääktschen!“: Fabian Mofid zeichnet auf für die Landpartie. Das Arrangement in der Dorfkirche ordnen (von rechts) Julia Schulte to Bühne, Doreen Richter und Mechthild Wilke. Foto: Kreke

Mit einem Schuss gesunder Naivität, aber reichlich Pioniergeist betritt die Gartenpartie digitales Neuland: Cheforganisatorin Mechthild Wilke und Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne holen 25 Aussteller vor Kamera und Mikro, um Produkte und Trends vorzustellen. Die meisten sind digitale Laien.

Gerade weil die Händler und Hersteller reden, wie ihnen „der Schnabel gewachsen ist“, seien die Video-Takes „ganz süß geworden“, schwärmte Wilke gestern bei der Presse-Vorschau: Authentisch und unpoliert, aber fachlich voll auf der Höhe der Heim- und Gartentrends.

Das Ergebnis läuft unter der Webadresse „landpartie-at-home.de“ mit einer Eröffnungsschau ab dem 24. Mai im Netz. Dort kann das laufend aktualisierte Video-Programm aufgerufen werden.

Produzent Fabian Mofid arrangiert die Szenen

Als die Wahl-Oldenburgerin mit ihrer Idee die Aussteller abklapperte, hörte Wilke häufig den Satz: „Da hebbt wi jo noch nie moakt!“ Wilke auch nicht. „Wir sind so doof, wie wir halt sind, aber wir machen das Beste daraus, ohne Garantie“, sagt die Digital-Schülerin. Zumindest einen Profi hat Wilke ins Boot geholt: Produzent Fabian Mofid arrangiert die Szenen, die so aufwändig wie eine echte Gartenschau vorbereitet werden. Ein Beispiel: Doreen Richter vom Hochzeitshaus Niedersachsen in Cloppenburg hat   die Dorfkirche derart üppig geschmückt, dass mehrere Paare durchs Blumenmeer zum Altar schreiten könnten. Auch Brautkleider zum Wechseln stünden ausreichend bereit.

Zaungäste sind während der Aufzeichnung nicht zugelassen. „Wir wollen ja keine Gartenpartie durch die Hintertür veranstalten“, stellt die Museumsdirektorin klar. Nicht mehr als 950 Besucher lässt das Freilichtmuseum abgezählt ein.

Wer sich in die auf dem Schirm leuchtenden Hortensien verguckt hat, findet im Internetauftritt die Artikelnummer. Im Prinzip baut Wilkes Designerhaus aus dem Stand eine Bestellplattform für die Kleinunternehmen auf – ein Service, der gratis ist wie die Video-Produktionen.

Fürs Museumsdorf ist die Präsentation ein „Quantensprung“ zugleich. Welche Möglichkeiten die virtuelle Schau biete, werde dem ganzen Haus jetzt erst deutlich, betonte die Chefin.

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