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Die Hogenbögener Mischung macht's

Drei Jäger und Hobby-Landwirte aus der Visbeker Bauerschaft haben Blühstreifen eingesät. Dass sie sich dafür gemeinsam extra Maschinen angeschafft haben, ist einer Bierlaune entsprungen.

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Haben fleißig Saatgut in die Erde gebracht: (von links) Johannes Kohls, Markus Westerhoff und Wolfgang Meyer vor und auf der Sämaschine. Foto: Ferber

Haben fleißig Saatgut in die Erde gebracht: (von links) Johannes Kohls, Markus Westerhoff und Wolfgang Meyer vor und auf der Sämaschine. Foto: Ferber

Trio mit Trecker: Wenn Johannes Kohls (26), Wolfgang Meyer (46) und Markus Westerhoff (26) Pflug, Rüttelegge oder Sämaschine hinter ihre tuckernden Gefährte spannen, weiß man in Hogenbögen: Es werden wieder Blühstreifen angelegt. In diesem Jahr ist die bewährte "bunte Mischung" auf bisher 20 Einzelparzellen (insgesamt fünf bis sechs Hektar) eingesät worden, berichtet Bernd Meistermann, der wie die drei zur Jägerschaft der Visbeker Bauerschaft gehört.

Dort war die Idee, sich gemeinsam Maschinen fürs Anlegen von Blühstreifen anzuschaffen, aus einer Bierlaune beim Schüsseltreiben in der Gaststätte Warnke nach erfolgreicher Wildschweinjagd entstanden, berichten Johannes Kohls und seine engagierten Mitstreiter - übrigens allesamt Meister ihres Fachs: Kohls selbst ist Gärtnermeister, Wolfgang Meyer selbstständiger Tischlermeister und  Markus Westerhoff ist Zimmermeister.  

"Ein Jäger sollte mehr Schützer als Jäger sein."Johannes Kohls, Jäger

Fürs Vorbereiten der Blühstreifen im April blieb da nur der Feierabend oder das Wochenende. Doch den Hobby-Landwirten ist ihr Anliegen wichtig. "Der Jäger wird von früher immer so dargestellt, als wenn er nur jagen, jagen, jagen will. Ich glaube aber zum Beispiel bei uns hier in der Runde, wir verbringen mehr Zeit mit der Hege als mit der Jagd. Ein Jäger sollte mehr Schützer als Jäger sein", sagt Johannes Kohls.  Bernd Meistermann unterstützt die Worte des 26-Jährigen. "Da steckt viel Idealismus dahinter. Wir sind nicht nur zum Schießen auf der Welt. Wir sind in den vergangenen Jahren sehr behutsam vorgegangen, haben uns dem angepasst, was die Natur uns gibt."

Landwirte stellen Flächen zur Verfügung

Stichwort: geben. Da sind Johannes Kohls und Co. auf die Flächen angewiesen, die ihnen vor allem von Landwirten für die Einsaat zur Verfügung gestellt werden. "Die Landwirte sind im Frühjahr stark mit sich selbst beschäftigt, damit, ihre eigenen Flächen bestellt zu bekommen und sie sind daher dankbar, wenn man ihnen Arbeit abnimmt", erklärt Bernd Meistermann mit Blick aufs Herrichten der Blühstreifen. Johannes Kohls ergänzt: "Wir kriegen peu à peu jedes Jahr immer ein bisschen mehr. Es spricht sich rum, das Umdenken findet langsam statt. Auch wenn jeder Landwirt natürlich das Maximale von seiner Fläche runterholen möchte."

Ende Juni, so die Prognose der Jäger, könnte die "bunte Hogenbögener Mischung" - vorausgesetzt, es gibt nichts mehr vom Nachtfrost "auf die Mütze" - in Blühte stehen. Die Pflanzen sollen dann durch das Anlocken von Insekten auch dem Fasanenbestand Auftrieb geben. Die Vögel hätten, erklärt Johannes Kohls, zwar durchaus Brutmöglichkeiten, doch fehle ihnen das tierische Insekten-Eiweiß.

Die Fortschritte auf den Äckern beobachtet Kohls bereits jetzt genau. "Ich  fahre jeden Tag an einigen Flächen vorbei und gucke, ob schon etwas aufgelaufen ist. Wir haben extra eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, dass wir uns noch besser abstimmen können." Es sei ein schönes Gefühl, wenn am Ende alles blüht. Das werte viele Ecken in Hogenbögen auf.  

  • Info: Das Saatgut wurde vom Unternehmen Syngenta gesponsert und setzt sich wie folgt zusammen: Esparsette ( sechs Prozent), Phacelia (sieben), Sonnenblume (13), Klatschmohn (drei), Kornblume (fünf), Dill (drei), Ringelblume (fünf), Koriander (vier), Buchweizen (24), Fenchel (fünf), Inkarnatklee (sechs), Öllein (zwölf), Sommerwicken (sieben). Dazu gemischt wurden noch Winterfutterraps und Winterrübe, um zum Beispiel Hasen in der kalten Jahreszeit auch noch Deckung zu bieten. Insgesamt, so Jäger Bernd Meistermann, stünde Saatgut für 100.000 Quadratmeter zur Verfügung - auch noch für die Zeit nach der Getreideernte.

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