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Hier werden Helden des Alltags fit gemacht

Ein Physiotherapeuten-Team aus Bakum bietet Menschen, die während der Corona-Krise besonders gefordert sind, ein vierwöchiges Gratis-Training an.

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Der Kraft-Ausdauer-Zirkel: Rezeptionistin Daniela Hackmann (Mitte) und Physiotherapeutin Ilona Müller (rechts) zeigen, wie es geht. Chefin Bärbel Fisser-Wilmerding (links) motiviert. Foto: Ferber

Der Kraft-Ausdauer-Zirkel: Rezeptionistin Daniela Hackmann (Mitte) und Physiotherapeutin Ilona Müller (rechts) zeigen, wie es geht. Chefin Bärbel Fisser-Wilmerding (links) motiviert. Foto: Ferber

Einkaufsdienste für die Risikogruppen,  Nähen von Mund- und Nasenschutz, Open-Air-Konzerte vor Altenheimen: Die Zeichen der Solidarität in Corona-Zeiten sind vielfältig. Jetzt hat sich auch das rund zehnköpfige Team der Krankengymnastik für Gesundheit & Fitness aus Bakum etwas ausgedacht: einen Vier-Wochen-Trainingsgutschein für die Helden des Alltags. "Für die, die für uns ausgeliefert haben, für uns Überstunden gemacht haben, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Denen wollen wir etwas Gutes zurückgeben. Das, was wir hier in unserem Sinne tun können", erklärt Inhaberin Bärbel Fisser-Wilmerding.

Zur Zielgruppe gehören Lkw-Fahrer und Postbeamte

Die anvisierten Zielgruppen haben etwas in ihren Jobs gemeinsam: Sie sitzen viel, zum Beispiel Lkw-Fahrer, oder stehen hauptsächlich, etwa am Postschalter oder an der Apotheken-Theke. Berufstätige, "die nicht auf sich selber achten konnten, um einen vernünftigen Ausgleich für ihren Körper zu bekommen".  Mit dem Gratis-Training sollen "sie ihren Rücken stabil halten, ihre  Muskulatur trainieren können, ins Gleichgewicht kommen", beschreibt Fisser-Wilmerding.

Gelingen soll dies mit einem Kraft-Ausdauer-Zirkel - laut Bärbel Fisser-Wilmerding dem modernsten System in Europa - im Wechsel an verschiedenen Geräten. Puls- und computergesteuert, und natürlich in Kleingruppen und mit Sicherheitsabstand. "Eine Zirkel-Runde und du bist fit, zwei Runden und du bist topfit", macht die Physiotherapeutin Lust auf das Training. Das dauert eine gute halbe Stunde, besteht aus zwei Zirkelrunden und beansprucht Oberkörper, Rumpf und Beine gleichermaßen. Damit was passiert und ein Effekt da ist, empfiehlt das Team ein Pensum von zwei Einheiten pro Woche, mindestens aber zwei in zehn Tagen.

„Man sagt, 10.000 Schritte sollst du tun am Tag. Viele, wenn sie mal den Schrittzähler anlegen, kommen vielleicht auf 3000 oder 4000 Schritte."Bärbel Fisser-Wilmerding, Physiotherpeutin

Zu behandeln gelte es unter anderem muskuläre Dysbalancen, so die Expertin. Langes Sitzen führe zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur. "Wenn das auf Dauer nicht geändert wird und man streckt die Länge der Muskeln nicht, geht das auf die Knochen und dann sind schnell die reflektorischen Schmerzen da", erläutert Bärbel Fisser-Wilmerding eine Fehlentwicklung, die bis zum Bannscheibenvorfall führen kann.

Ein weiteres Problem der heutigen Arbeitswelt: Bewegungsmangel. "Man sagt, 10.000 Schritte sollst du tun am Tag. Viele, wenn sie mal den Schrittzähler anlegen, kommen vielleicht auf 3.000 oder 4.000 Schritte." Im Schnitt bewege sich der Mensch heutzutage maximal 1.400 Meter am Tag. "Das ist eindeutig zu wenig", unterstreicht Fisser-Wilmerding. Früher seien es 20 Kilometer gewesen.

Anmeldung per App "noexcuse"

Startschuss für das Trainingsangebot soll Anfang Juni sein. 50 bis 60 Teilnehmer könne man sich vorstellen, sagt Bärbel Fisser-Wilmerding. Ob die Kandidaten dann auch aus der passenden Berufsgruppe kommen, klärt sich im Eingangsgespräch. Auch die Anamnese wird vorher aufgenommen und die Vitalwerte gemessen. An- oder Abmeldungen laufen über die App "noexcuse" (keine Entschuldigung). So blieben die Kunden zeitlich flexibel. 

Gleichwohl: Die Resonanz bleibt abzuwarten. Denn erst am kommenden Montag öffnet das Studio an der Loher Straße wieder mit dem regulären Betrieb. Im Moment werden bereits Kunden auf Rezept, mit Verordnung vom Arzt, behandelt. Zudem gibt es seit Mai einen Outdoor-Bodyfitkurs. Bärbel Fisser-Wilmerding rechnet, mit Blick auf die Erfahrungen ihrer Kollegen aus Nordrhein-Westfalen, eher mit einem verhaltenen Start. Sie glaube nicht, dass man ihr gleich "die Bude einstürmt". Zudem sind weiter strenge Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Übungen via Facebook und Instagram

In den vergangenen Wochen, berichtet Physiotherapeutin Ilona Müller, habe man unter anderem Tele-Therapien angeboten oder via Facebook und Instagram Übungen gezeigt. "Zum Beispiel wie man sitzt und was man machen kann, wenn man Homeoffice macht." Der Kundschaft abseits der sozialen Medien sei per Mail oder Post ein Trainingsprogramm zugeschickt worden.

  • Info: Weitere Informationen zur Krankengymnastik für Gesundheit & Fitness in Bakum gibt es im Internet unter www.fisser-wilmerding.de oder per Telefon unter 04446/961500.

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