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Kein Kartoffelkrebs in Goldenstedt

Der Verein Pro Natura hatte nach dem Hinweis eines Informanten diesen Verdacht geäußert. Die Landwirtschaftskammer widerspricht nun.

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Wilde Fremdstoffdeponie: Kartoffeln sollen im großen Stil auf einem Goldenstedter Acker entsorgt worden sein. Foto: Ebert

Wilde Fremdstoffdeponie: Kartoffeln sollen im großen Stil auf einem Goldenstedter Acker entsorgt worden sein. Foto: Ebert

Die von einem Informanten des Vereins Pro Natura Landkreis Vechta geäußerte Vermutung, unter denen auf einem Acker in der Gemeinde Goldenstedt gefundenen Kartoffeln befänden sich auch welche mit Kartoffelkrebs, kann die zuständige Landwirtschaftskammer Niedersachsen nicht bestätigen. Von der Behörde heißt es auf Nachfrage: „Nach Prüfung der uns vorliegenden Informationen können wir mitteilen, dass es weder in Goldenstedt noch im Landkreis Vechta einen bestätigten Kartoffelkrebsfall gibt.“ Insofern seien auch keine weiteren Maßnahmen nötig.

Überdies habe es im Dezember 2019 keinen Fall von Kartoffelkrebs in Barnstorf gegeben, ergänzt Pressereferentin Jantje Ziegeler. Sein Informant habe hier einen Zusammenhang gesehen, so Ulrich Heitmann von Pro Natura. Wie aus einem NDR-Bericht hervorgeht, waren Sporen bereits Ende 2018 in einem Agrarbetrieb in Barnstorf entdeckt worden, was aber erst im Dezember vergangenen Jahres vom Kreis mitgeteilt worden sei. Es konnte zudem nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Kartoffelkrebssporen über Klärschlamm verbreitet haben.

Kartoffelkrebs ist ein Pilz, der Pflanzenorgane befällt

Bei dem Acker in Goldenstedt soll es sich um den handeln, auf dem der Naturschutzbund (Nabu) eine "wilde Fremdstoffdeponie“ beklagt hatte. Dort waren unter anderem massenweise (organische) Abfälle, darunter Kartoffeln, entsorgt worden.

Kartoffelkrebs ist nach Angaben des Julius-Kühn-Instituts, einem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Braunschweig, ein Pilz, der alle Pflanzenorgane mit Ausnahme der Wurzeln befällt und der krebsartige, meist hasel- bis walnussgroße Gewebewucherungen bildet. Gefährlich für Mensch und Tier ist der Kartoffelkrebs indes nicht. „Wie die meisten Pflanzenkrankheiten, ist auch dieser Pilz rein auf das Wirtssystem Kartoffelpflanze ausgelegt“, sagt Stefanie Hahn, Diplom-Biologin aus der Pressestelle des Instituts.

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