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Neue Schulbezirke nehmen die letzte Hürde

Der Vechtaer Stadtrat beschließt eine umfassende Neustrukturierung der Schulbezirke.  Sie soll für mehr Gerechtigkeit sorgen.

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Wenn die Erstklässler im Sommer 2021 ihre Schulranzen packen, sind kurze Wege angesagt. Die Wohnortnähe spielt in der neuen Einteilung der Schulbezirke in der Stadt Vechta eine entscheidende Rolle. Foto: dpa  Ebener

Wenn die Erstklässler im Sommer 2021 ihre Schulranzen packen, sind kurze Wege angesagt. Die Wohnortnähe spielt in der neuen Einteilung der Schulbezirke in der Stadt Vechta eine entscheidende Rolle. Foto: dpa  Ebener

Das neue Modell hat die letzte Hürde gemeistert. Mit großer Mehrheit verabschiedete der Rat der Stadt Vechta am Montagabend die Einführung die neuen Schulbezirke, die nun zum Schuljahr 2021/2022 in Kraft treten sollen. Auf eine detaillierte Vorstellung des umfangreichen Konzeptes konnte die Verwaltung in der öffentlichen Sitzung verzichten. Die Ratsvertreter hatten sich schon in diversen Arbeitsgruppen und Ausschüssen mit der Neustrukturierung befasst, sodass der Beschluss zur Formsache wurde.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) hatte bereits im Vorfeld für das neue Konzept geworben. Er zeigte sich mit dem verabschiedeten Ergebnis sichtlich zufrieden. „Wir haben die Schulbezirke im Stadtgebiet klar strukturiert und ein Modell verabschiedet, auf das sich Eltern bei der Wahl der Grundschule verlassen können. Diese Entscheidung garantiert Generationen von Schülerinnen und Schülern gleiche Bildungschancen und Lernbedingungen“, erklärte Kater gegenüber dieser Zeitung.

An jeder Grundschule könnten künftig Kinder aus allen kulturellen und sozialen Bereichen zusammen lernen, Freundschaften schließen und einander näher kommen, so Kater weiter. „Das neue Konzept ist gleichzeitig ein Statement, wie wichtig es uns ist, unseren Kindern weiterhin auch christliche Werte mit auf den Lebensweg zu geben. Diese Entscheidung wird das harmonische Zusammenleben in Vechta auf lange Sicht stärken.“

„Wir tragen unseren Teil dazu bei, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf Bildung haben und auch alle Schulen die Chance, die Bildung zu vermitteln.“Ratsfrau Simone Göhner (CDU)

Ratsfrau Simone Göhner (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses und Mitglied der Arbeitsgruppe, wies noch einmal darauf hin, dass die Schülerströme bisher in mehrfacher Hinsicht ungleich verteilt seien. Dieses Problem werde durch das neue Konzept gelöst. „Wir tragen unseren Teil dazu bei, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf Bildung haben und auch alle Schulen die Chance, die Bildung zu vermitteln“, sagte Göhner. Nach Auffassung von Frank Hölzen, Sprecher der Gruppe SPD/Wir für Vechta im Schulausschuss, könnte das „intelligente Konzept“ sogar Vorbildcharakter für andere Kommunen haben.

Ratsmehrheit votiert für das neue Konzept

Auch der Fraktionschef der Vechtaer Christdemokraten (VCD) Stephan Sieveke lobte die Vorzüge des Modells, wenngleich er festhielt, dass man nicht allen Eltern gerecht werden könne. Hans-Joachim Zumbrägel (CDU) lehnte das Konzept der Stadtverwaltung ab. Er hätte sich eine Wahlfreiheit für die Kinder im Baugebiet Hagen gewünscht. Sein Fraktionskollege Alexander Siefert griff diesen Punkt ebenfalls auf und enthielt sich der Stimme. Schließlich votierten 29 Ratsvertreter für das neue Konzept.

Wie mehrfach berichtet, basiert die Einteilung der Schulbezirke auf einem Zwei-Ebenen-Modell. Es ermöglicht den Kindern eine wohnortnahe Beschulung und sieht eine scharfe Trennung zwischen den Einzugsbereichen der katholischen Bekenntnisschulen vor. Diese werden jetzt für Kinder aller Konfessionen zu Bezirksschulen der jeweiligen Stadtteile. Gleichzeitig haben Eltern weiterhin die Wahl, ihre Kinder in eine katholische, evangelische oder auch bekenntnisfreie Grundschule zu schicken.

Liobaschule spielt in den Planungen keine Rolle

Ziel ist eine ausgewogene soziokulturelle Mischung von Schülern unterschiedlicher Religionen und Staatsangehörigkeiten. Sie sollen gleichmäßig auf sieben Grundschulen in städtischer Trägerschaft verteilt werden. Die Liobaschule spielt in den Planungen keine Rolle. Hier finden keine Einschulungen mehr statt. Die Landesschulbehörde hat bereits die Genehmigung zur Auflösung der Schule erteilt, sodass der Betrieb spätestens 2023 ausläuft. Die Liobaschule ist neben der Christophorusschule eine von derzeit zwei Grundschulen ohne konfessionelle Bindung im Stadtgebiet.

Nach Angaben der Verwaltung sollen nun die Kapazitäten der verbleibenden Grundschulen beleuchtet werden. Bereits jetzt sei abzusehen, dass eine Erweiterung der Martin-Luther-Schule und der Marienschule Oythe zwingend erforderlich sei. Außerdem soll im Schulterschluss mit dem Stadtelternrat die Schulwegsicherheit verbessert werden. Die Wege dürften sich mit Einführung der neuen Bezirke an vielen Stellen ändern.

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