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Reiseziel Deutschland: Wo es (fast) so schön wie in der Ferne ist

Mittelgebirge statt Mittelmeer: Wenn die weite Welt in dieser Saison wegen Corona warten muss, wird es eben eine Reise innerhalb Deutschlands. Aber wo fühlt sich das Inland denn wie Ausland an?

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Sieht aus wie New York, ist es aber nicht: die Frankfurter Skyline. Foto: dpa

Sieht aus wie New York, ist es aber nicht: die Frankfurter Skyline. Foto: dpa

Warnungen und Vorsicht in Zeiten der Pandemie: Viele Reiseziele bleiben in der Corona-Krise vorerst unerreichbar. Natürlich kann man stattdessen internationale Küche zu Hause oder von Restaurants genießen und sich damit wegträumen. Oder man bestaunt exotische Tiere im Zoo und holt sich etwa das Australiengefühl mit Koalas in Duisburg, Dresden oder Leipzig. Doch wenn es um ein tieferes Erlebnis oder um Architektur geht, könnte auch ein innerdeutscher Ausflug helfen. Eine Auswahl mit Augenzwinkern:

  • Berlin:  Auch wenn die Hauptstadt manchmal den Beinamen „Spree-Athen“ trägt, ist sie mit ihren Hipster-Hotspots, der Promi-Szene und der Weitläufigkeit eher das Los Angeles Deutschlands - der Müggelsee wäre dann also Venice Beach, Wannsee Malibu und Grunewald Beverly Hills.
  • Frankfurt:  Wo wir gerade beim deutschen USA-Ersatz sind, fällt einem bei Skyline und Börse natürlich das hessische Frankfurt ein - das New York Deutschlands. Der Eiserne Steg als Brooklyn Bridge, der Main als East River - alles natürlich eine Nummer kleiner als in Nordamerika.
  • Hamburg: Manche Häuserzeile sieht englisch aus, die Einwohner lieben ihr Understatement - und die Beatles starteten hier ihre Karriere. Britischer als Hamburg ist wohl keine deutsche Metropole. Die Stadt mit Reeperbahn und Elbphilharmonie kann als deutsches London durchgehen.
Manchmal very british: In Hamburg fühlt sich so mancher auch mal nach London versetzt. Foto: dpaManchmal very british: In Hamburg fühlt sich so mancher auch mal nach London versetzt. Foto: dpa
  • Bad Homburg:  Zu Werbezwecken bezeichnet sich die Spielbank vor den Toren Frankfurts selbst als „Mutter von Monte Carlo“. Der Taunus mit seinen vielen reichen Bewohnern könnte ein bisschen als Deutschlands Monaco herhalten - nur halt als Mittelgebirge statt am Mittelmeer.
  • München: Nördlichste Stadt Italiens nennt sich München gern - und sieht etwa am Odeonsplatz tatsächlich auch so aus. Monaco di Baviera ist deshalb wohl ein inländischer Ersatz für zum Beispiel Florenz, Rom, Rimini, Verona, Bologna, Turin, Triest, Mailand oder Siena.
Bella Itlaia? Nein, bella Monaco (München). Foto: dpaBella Itlaia? Nein, bella Monaco (München). Foto: dpa
  • Harz: Deutschlands Mittelgebirge mit ihren Wäldern, Höhen und Seen können schon an Skandinavien erinnern; besonders gut klappt ein Norwegen- oder Schweden-Eindruck im Harz, etwa in Hahnenklee-Bockswiese, einem Ortsteil von Goslar, in dem sogar eine Stabkirche steht.
  • Erfurt und Dresden: Thüringens Hauptstadt hat mit der Krämerbrücke eine beidseitig geschlossen bebaute Brücke, die einen doch glatt an die Ponte Vecchio über den Arno in der italienischen Stadt Florenz denken lässt. Eigentlich aber trägt ja Dresden den Beinamen Elbflorenz.
  • Wiesbaden und Köln: Mondäne Architektur, historistische Gebäude - Hessens Landeshauptstadt könnte ein bisschen als Deutschlands Paris gelten. Oder sollte man mit Paris-Entzug lieber nach Köln wegen des Doms, der gewaltig wie Notre-Dame wirkt - und sogar unzerstört ist?
Sieht für Manchen aus wie Notre-Dame: Der Kölner Dom ist eines der deutschen Wahrzeichen. Foto: dpaSieht für Manchen aus wie Notre-Dame: Der Kölner Dom ist eines der deutschen Wahrzeichen. Foto: dpa
  • Görlitz: In Filmen war die Stadt an der polnischen Grenze mit ihren gut erhaltenen Gebäuden aus verschiedenen Epochen schon New York, Berlin, München, Frankfurt, Paris, Heidelberg. Unter anderem „The Grand Budapest Hotel“ wurde hier gedreht.
  • Berchtesgaden: Dieses Alpenstädtchen war zu Hitlers Zeiten eine Art zweiter Regierungssitz. Weil die Stadt vergleichsweise tief liegt - nur um die 600 Meter hoch, wirkt der Watzmann mit seinen gut 2700 Metern fast so mächtig wie das Matterhorn bei Zermatt im Wallis.
  • Potsdam: Die einstige preußische Residenzstadt hat unter anderem ein Holländisches Viertel und ist ansonsten als Stadt der Schlösser und Gärten bekannt, die an Versailles, Wien, Sankt Petersburg oder auch Italien denken lassen.
  • Uckermark: Mit ihrer hügeligen Landschaft wird diese Gegend manchmal als Toskana des Nordens bezeichnet. Eine knappe Stunde Autofahrt nördlich von Berlin hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Datsche im Ort Hohenwalde, Gemeinde Milmersdorf.
Malerische Kanzlerinnen-Heimat: die Uckermark. Foto: dpaMalerische Kanzlerinnen-Heimat: die Uckermark. Foto: dpa
  • Schweiz: Sächsische Schweiz, Fränkische Schweiz, Märkische Schweiz, Elfringhauser Schweiz (NRW), Dithmarscher Schweiz (Schleswig-Holstein) - es gibt sie als Landschaftsbezeichnung Dutzende Male in Deutschland. Nicht jede reicht den Ansprüchen. Egal.
  • Meer: Es scheitert am Klima, dass Binz niemals wie Bali wird und Sylt nicht Saint-Tropez ersetzen kann. Und Kiel ist auch kein Barcelona. Ostsee und Nordsee mit ihren hübschen Inseln und Orten sind aber anders schön als Mallorca, Ibiza, Sizilien, Kreta und Co.
  • Weltreise per Ortsschild: Bis Brasilien muss man gar nicht Tausende Kilometer fliegen. Denn es gibt hierzulande Orte mit Namen aus der ganzen Welt, zum Beispiel Amerika gleich mehrmals. Jerusalem liegt zudem in Neuenkirchen (Lüneburger Heide), Sibirien in Elmshorn bei Hamburg, Grönland in Sommerland bei Itzehoe, Kalifornien in Schönberg an der Kieler Bucht, Kamerun in Emkendorf (ebenfalls Schleswig-Holstein) und Schweden und Norwegen sind in Mohrkirch südlich von Flensburg. Und der Name Brasilien bezeichnet nicht nur das Land in Südamerika, sondern auch einen Strand an der Ostsee. Wem das noch nicht reicht, der kann in Schleswig-Holstein eine Welt-Reise machen. Welt heißt dort ein Dorf mit gerade mal 200 Einwohnern.
Nordsee-Idylle: Willkommen in Brasilien. Foto: dpaNordsee-Idylle: Willkommen in Brasilien. Foto: dpa

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