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Alle Zeichen stehen auf Abbruch der Saison

Am kommenden Montag entscheidet der Deutsche Fußballbund über die Saison in der 2. Frauenbundesliga.

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Ausgebremst: Auf Spiele in der 2. Bundesliga wird der BV Cloppenburg (hier mit Jannelle Flaws, rechts, gegen Gütersloh) wohl noch länger warten müssen. Ein Saisonabbruch bahnt sich an. Foto: Langosch

Ausgebremst: Auf Spiele in der 2. Bundesliga wird der BV Cloppenburg (hier mit Jannelle Flaws, rechts, gegen Gütersloh) wohl noch länger warten müssen. Ein Saisonabbruch bahnt sich an. Foto: Langosch

Am Mittwoch- abend hat der Deutsche Fußballbund bekannt gegeben, dass die Saison in der 1. Bundesliga der Frauen, wie schon bei den Männern passiert, fortgesetzt werden soll. Die verbleibenden Spiele sollen am nächsten Wochenende angegangen werden. Im Gegensatz zu den Männern aber dürfte es für die 2. Liga, und damit den BV Cloppenburg, nicht weitergehen. Denn auch, wenn die Entscheidung erst am kommenden Montag (25. Mai) während eines Außerordentlichen Bundestages des DFB definitiv fällt, deutet nichts darauf hin, dass es für den BVC und die übrigen 13 Mannschaften in dieser Klasse in der Saison 2019/2020 weitergeht. Diese Tendenz zeichnet sich eindeutig ab. Schließlich hatten sich die betroffenen Vereine sowie die zuständigen Gremien im DFB bereits mehrheitlich für einen Abbruch ausgesprochen. „Auf Grundlage dieses Meinungsbildes“, teilt der DFB auf seiner Homepage mit, wird am Montag über diese Empfehlung entschieden. „Im Grunde ist der Abbruch schon beschlossene Sache“, sagt Tanja Schulte, in Personalunion Trainerin und sportliche Leiterin der BVC-Frauen. Im Gegensatz zur 1. Liga, in der „nur“ noch sechs Spieltage zu absolvieren sind, hat das Unterhaus noch zehn Runden vor sich. Die wären bis zum offiziellen Saisonende am 30. Juni gar nicht mehr durchzuführen, zumal der Wiedereinstieg am kommenden Wochenende – wie in der 1. Liga – gar nicht machbar wäre. Selbst wenn der DFB am Montag eine Fortsetzung beschließen würde, bräuchte es etwas Vorlauf, vor dem ersten Wochenende im Juni ginge kaum etwas. „Die Ausschüsse und die betroffenen Vereine waren einhellig der Auffassung, dass der Abbruch die beste Möglichkeit ist“, sagt Sabine Mammitzsch (Kiel), Staffelleiterin der 2. Bundesliga der Frauen. „Ich gehe mal davon aus, dass diese Entscheidung glatt durchgeht.“ Die Wertung der Saison erfolgt dann nach der Quotientenregelung nach aktuellem Stand der Tabelle. Staffelsieger wäre demnach Werder Bremen und würde ebenso aufsteigen wie der SV Meppen. Die Emsländerinnen sind zwar nur Vierter, aber sowohl der VfL Wolfsburg II als auch die U20 der TSG Hoffenheim haben als Reserveteams kein Aufstiegsrecht. Es gäbe zudem keine Absteiger, also bliebe der BVC dem Unterhaus erhalten. Wie sieht die 2. Bundesliga in der nächsten Saison aus, den zu erwartenden Abbruch mal vorausgesetzt? Die beiden Aufsteiger (Bremen und Meppen) würden durch zwei Absteiger, die es aus dem Oberhaus ja gibt, wenn die Runde zu Ende gespielt wird, ersetzt. Aber es kämen fünf Staffelsieger aus den Regionalligen hinzu. Aus dem Norden hat zwar Henstedt/Ulzburg verzichtet, dafür käme der 1. FC Bocholt als Zweiter der Regionalliga West zum Zuge. Die Staffelsieger der Regionalligen: SV Henstedt/Ulzburg (Nord), Rasenballsport Leipzig (Nordost), 1. FC Köln II (West), 1. FFC Niederkirchen (Südwest), SC Freiburg II (Süd). Damit käme die 2. Liga auf 19 Mannschaften. „Angesichts der vielen Abstellungszeiten wäre es nicht möglich, eine komplette Serie mit Hin- und Rückrunde zu spielen“, sagt Mammitzsch. Also entwickelt der DFB gerade mögliche Modelle, wie etwa eine einfache Serie nur mit einer Hinrunde oder das Aufteilen der Liga in zwei Staffeln mit anschließenden Playoffs. „Aber so weit sind wir noch nicht“, sagt Sabine Mammitzsch. „Wir sind noch in der Diskussion und bestenfalls haben wir bis zum Ende der Saison am 30. Juni ein Ergebnis.“ Auch die praktische Umsetzung einer Saisonfortsezung würde schwierig. Beim BV Cloppenburg ruht beispielsweise der Trainingsbetrieb nach wie vor. Und die fünf US-Amerikanerinnen, die in der Winterpause gekommen waren, stünden nicht mehr zur Verfügung. Brenna Connell ist bereits in ihre Heimat zurückgekehrt, die übrigen vier – Gloria Douglas, Rashida Beal, Madeline McCracken und Patricia George – haben Flugtickets für die kommende Woche. Für die restliche Saison steht Tanja Schulte noch zur Verfügung, wenngleich sie quasi schon auf gepackten Koffern sitzt. Nach knapp zehn Jahren endet ihr Engagement in Cloppenburg. „Mein Büro habe ich weitgehend schon geräumt, es ist noch ein kleiner Arbeitsplatz übrig. Denn es wird ja noch etwas zu tun sein, auch wenn am Montag der Abbruch beschlossen wird“, sagt Schulte. Ihr Vertrag endet am 30. Juni. Als Nachfolger steht offenbar Thorben Geerken in den Startlöchern, wenngleich es noch keine offizielle Regelung gibt. „Ich überprüfe derzeit, ob ich übernehme. Es wird sich in Kürze etwas entscheiden, vielleicht schon in der kommenden Woche“, sagt Geerken, der in der Winterpause zum Trainerstab hinzugekommen ist. Der Garreler würde gern mit einem „kleinen zusammengestellten Team“ die Arbeit aufnehmen. „Ich bin mit dem Vorstand in Gesprächen, es sind noch einige Fragen zu klären“, meint Geerken.

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