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Ein Spagat zwischen Belastung und Erholung

Rasta Vechtas Kapitän Josh Young und Coach Pedro Calles sprechen über den Neustart nach der langen Zwangspause.

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Antreiber in Aktion: Pedro Calles (rechts) und Derrick Allen beim Training am Mittwoch. Foto: Bente

Antreiber in Aktion: Pedro Calles (rechts) und Derrick Allen beim Training am Mittwoch. Foto: Bente

Das erste Teamtraining nach langer Zeit? Josh Young gerät geradezu ins Schwärmen, als er auf den Re-Start an der Pariser Straße angesprochen wird. „Es hat sich toll angefühlt, wieder auf dem Feld zu stehen und richtig zu trainieren. Und es war schön, die Mitspieler und die Trainer wieder zu sehen“, berichtete der Kapitän von Rasta Vechta. Seit Dienstagabend bereitet sich der Basketball-Bundesligist auf das Meisterturnier der BBL vom 6. bis 28. Juni in München vor. Vorausgegangen waren zwei Corona-Testreihen mit komplett negativen Ergebnissen sowie die Genehmigungen des niedersächsischen Innenministeriums und der Behörden in Vechta.

Das letzte Teamtraining vor der Corona-Zwangspause? „Oh, das ist lange her. Das war zwei, drei Tage nach dem Derby in Oldenburg“, erinnert sich Young. Das 76:83 bei den EWE Baskets, das letzte Liga-Spiel vor der Unterbrechung der Saison, datiert immerhin vom 8. März. Jetzt, knapp elf Wochen später, ist Schluss mit Warten und Kurzarbeit. Für Young und Co. gilt: Volle Kraft voraus! „Uns bleibt nicht viel Zeit. Wir müssen alles aus der Zeit, die wir jetzt noch haben, rausholen“, sagt Young und ergänzt: „Wir müssen sehr fokussiert arbeiten, um einen guten Rhythmus zu bekommen.“

„Alle sind in einer guten Verfassung – den Umständen entsprechend natürlich."Rastas Kapitän Josh Young

Der 32 Jahre alte Spielmacher und seine Teamkollegen haben sich während des Lockdowns individuell und ohne Anleitung des Trainerstabs fit gehalten. „Alle sind in einer guten Verfassung – den Umständen entsprechend natürlich“, sagt Young. Aktuelles Ziel sei es, den Spagat zwischen Belastung und Erholung gut zu meistern, so der US-Guard.

Ähnlich sieht es Coach Pedro Calles. „Wir müssen die richtige Balance finden. Zeit ist Geld, aber wir können jetzt in zwei Wochen nicht das machen, was wir sonst in einer ganzen Pre-Season erledigen. Wir suchen uns jetzt einige Schwerpunkte raus und müssen auch gut auf die Körper, auf die Muskulatur aufpassen“, sagt der Spanier. Sein Amtskollege Sebastian Gleim vom Gruppengegner Frankfurt formuliert es so: „Wir müssen inhaltlich reduzieren. Es muss einfach sein.“

Rasta trainiert einmal pro Tag. „Wir dürfen ja die gesundheitliche Situation nicht vergessen“, so Calles: „Wir sind nur zu zehnt und brauchen unsere Energie später. Wir versuchen jetzt, so effizient wie möglich zu sein.“ Das Gesicht seines Teams hat sich im Vergleich zur abgebrochenen Hauptrunde – Rasta war Tabellensechster mit zwölf Siegen und neun Niederlagen – stark verändert. Steve Vasturia, Jordan Davis, Kamari Murphy, Zabian Dowdell und Justin Raffington sind allesamt weg. Neu dabei sind zwei Nachverpflichtungen, der slowenische Europameister Matic Rebec und Polens „MVP“ Jaroslaw Zyskowski. „Wir werden die beiden schnell integrieren“, sagt Young.

Rasta bricht voraussichtlich am 5. Juni gen Süden auf. Zusammen mit den neun anderen Teams wird der maximal 22-köpfige Tross aus Vechta im „Leonardo Royal Hotel“ in der Nähe des Olympiaparks einquartiert – es ist eine Kasernierung ganz im Sinne des Hygiene- und Sicherheitskonzepts der BBL, das die bayerische Landesregierung am Dienstag abgesegnet hatte. „Ich muss mir unbedingt noch ein paar Bücher besorgen“, so Young mit Blick auf die Quarantäne-Stunden. Und was ist mit Playstation oder Xbox? „Das ist nicht so meins“, sagt Young, der ohnehin einen simplen Vierkampf in München erwartet: „Schlafen, essen, trainieren, spielen.“

Tipps vom Co-Trainer: Josh Young (rechts) mit Miguel Zapata. Foto: BenteTipps vom Co-Trainer: Josh Young (rechts) mit Miguel Zapata. Foto: Bente

Das rund eine Million Euro teure Turnier im Audi-Dome, das in den Augen von Liga-Boss Stefan Holz ein „großer Kompromiss“ und ein „Kraftakt für alle Beteiligten“ ist, beginnt für Rasta Vechta am 7. Juni (Sonntag, 20.30 Uhr) mit einem Spiel gegen die Riesen Ludwigsburg, die beim Abbruch der Saison auf Platz zwei lagen. Rasta hat am 2. Spieltag der Gruppe B (9. Juni) spielfrei und trifft danach auf Frankfurt (11. Juni, 16.30 Uhr), Pokalsieger Alba Berlin (13. Juni, 20.30 Uhr) und Brose Bamberg (15. Juni, 16.30 Uhr).

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