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Paukenschlag bei SFN Vechta: Kai Freese legt Traineramt nieder

Die Drittliga-Handballerinnen von SFN Vechta müssen sich einen neuen Trainer suchen.

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Nicht mehr Trainer bei SFN: Kai Freese. Foto: Schikora

Nicht mehr Trainer bei SFN: Kai Freese. Foto: Schikora

Die Mannschaft wurde bereits am Mittwochabend im Rahmen einer Teambesprechung informiert – mit dem gebotenen Sicherheitsabstand, versteht sich. Am Freitag machte Kai Freese die Nachricht dann auch offiziell: Der 46-Jährige legt sein Amt als Trainer des Handball-Drittligisten SFN Vechta mit sofortiger Wirkung nieder. Das teilte er gegenüber OM online mit. Der Rücktritt kommt insofern überraschend, als Freese die Planungen für die Saison 2020/21 bereits maßgeblich vorangetrieben und in Lisa Noack (BV Garrel) und Torfrau Carolin Tiedeken (TV Cloppenburg II) auch schon zwei Neuzugänge vermeldet hatte.

„Ich bin zurückgetreten, weil ich eine Pause brauche, und das ausschließlich aus privaten Gründen“, sagte Freese. Der Vater zweier Kinder sprach von einer „Entscheidung pro Familie“: „Meine Frau und meine Kinder haben in den letzten Jahren sehr auf mich verzichten müssen. Durch den Aufwand, den man durch den Job hat und die normale Arbeit natürlich auch, war ich zu Hause nicht wirklich präsent. Ich möchte jetzt ein bisschen was nachholen, was ich in den letzten zwei, drei, vier Jahren verpasst habe – auch durch den Job bei SFN – und brauche jetzt einfach eine Pause.“

Abteilungsleiter Jörn Borchardt gab zu, dass die Entscheidung den Vorstand und die Mannschaft „sehr überrascht“ habe. „Diese Entscheidung trifft uns in dieser Phase der Vorbereitung sehr, da diese schon durch die Probleme der Corona-Pandemie erschwert ist“, teilte Borchardt mit. „Die Gründe für seinen Rücktritt sind aber für uns alle nachvollziehbar.“

Borchardt dankte Kai Freese, der die SFN-Damen im Jahr 2015 übernommen hatte, für sein Engagement: „Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht. Kai hat mit seiner Arbeit und seinem Einsatz in den letzten Jahren den Weg zum Erfolg und den Verbleib in der 3. Liga geebnet. Ohne Kai wären die Mannschaft und die Handballabteilung nicht da wo sie jetzt sind“, sagte Borchardt: „Wir danken Kai für seine sehr gute Arbeit und werden weiterhin mit ihm in Kontakt bleiben. Insofern sprechen wir hier nicht von einem Abschied oder einer Trennung von SFN Vechta.“ Auch Freese sagte: „Ich denke, dass es eine Pause auf Zeit ist.“ Er will SFN auch weiterhin helfen.

Auch für die Mannschaft kam der Rücktritt überraschend. „Wir sind alle sehr traurig, aber für uns alle ist die Entscheidung auch absolut nachvollziehbar“, sagte die bisherige Spielführerin Mette Müller, die Ende des Sommers ebenso wie Ute Zimmermann ein Referendariat in Neumünster beginnt und SFN daher verlassen wird.

Alle anderen Spielerinnen halten trotz Freeses Rückzug an ihren Zusagen für die kommende Saison fest. Gleiches gilt für Co-Trainer Marc Clausing sowie die Torwarttrainer Jakob Kasperlik und Ewa Wozinska. Jörn Borchardt sucht nun noch einen neuen Cheftrainer mit B-Lizenz. Erste Gespräche wurden bereits geführt. Borchardt hofft, zügig eine Lösung zu finden: „Eigentlich sollten wir in den nächsten zwei, drei Wochen was haben.“

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