Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Die Diepholzer Berufsmesse findet doch statt - virtuell

Die Berufsmesse in Diepholz wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Nun ist sie ins Internet verlegt worden. Der Termin: 6. bis 8. Juli.

Artikel teilen:
Das ist die Eingangshalle der virtuellen Berufsmesse. Grafik: Newroom Media

Das ist die Eingangshalle der virtuellen Berufsmesse. Grafik: Newroom Media

Sie ist eine der Veranstaltungen, die wie so viele andere den Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist: die Diepholzer Berufsmesse. Die Präsenzmesse hätte ursprünglich am Freitag und Samstag (5. und 6. Juni) auf dem Marktplatz in Diepholz stattfinden sollen. 3.000 Besucher aus der Region wurden zur 21. Auflage erwartet, vor allem Schüler und deren Lehrer aus den diesjährigen Schulabschlussklassen. Die Absage wollte Organisator Maik Schwenker aber nicht einfach hinnehmen, deshalb gibt es jetzt von Montag bis Mittwoch, 6. bis 8. Juli, unter www.virtuelle-berufsmesse.com eine für die Besucher kostenlose Veranstaltung im Internet.

Der Organisator der Präsenzausgabe der Diepholzer Berufsmesse, Maik Schwenker, kam auf die Idee, eine virtuelle Ausgabe umzusetzen. Foto: privatDer Organisator der Präsenzausgabe der Diepholzer Berufsmesse, Maik Schwenker, kam auf die Idee, eine virtuelle Ausgabe umzusetzen. Foto: privat

„Die Messe sollte nicht einfach sterben. Und als wir uns Gedanken machten, wie man die Plattform für die Firmen sowie die Arbeit oder Ausbildungsstellen Suchenden erhalten kann, lag ein digitales Format nahe“, berichtet Schwenker. Nach den drei Kerntagen, an denen die virtuelle Messe täglich von 9.30 bis 16 Uhr live besucht werden kann, folgt eine „Re-live“-Phase bis zum 18. Juli (Samstag). „In der Live-Phase können die Besucher direkt mit den Messeausstellern über einen Chat oder per Videotelefonie kommunizieren“, erklärt Schwenker. In der folgenden Phase kann die Messe rund um die Uhr besucht werden und es ist möglich, sich Vorträge anzusehen oder Informationen über die Aussteller und deren Angebote einzuholen.

Für die technische Umsetzung, den Bau von virtuellen Hallen und Ausstellungsständen der Messe, zeichnet die Firma Newroom Media aus Köln verantwortlich. „Der Auftritt der Unternehmen in ihren Ständen sowie der Zugang für die Besucher sollte so einfach wie möglich gestaltet sein. Das haben wir wohl geschafft“, glaubt Geschäftsführer Ben Gondek.

Die virtuellen Ausstellungsstände können für die teilnehmenden Firmen sehr unterschiedlich gestaltet werden.  Grafik: Newroom MediaDie virtuellen Ausstellungsstände können für die teilnehmenden Firmen sehr unterschiedlich gestaltet werden.  Grafik: Newroom Media

Aussteller hätten reichlich Möglichkeiten, ihre Job- und Lehrstellenangebote zu präsentieren. So könnten etwa Dokumente oder Image-Videos eingebaut werden, natürlich sei auch die Verlinkung zu Social-Media-Seiten oder Internetauftritten möglich. Die Standinhaber kommunizieren mit den Besuchern in Chatrooms oder per Videotelefonie. Das Standpersonal muss seine Firmenbüros dafür nicht verlassen, so Gondek. Die Mitarbeiter der Ausstellerfirma können auch in die optische Präsenz „eingebaut“ werden. „Das ist dann wie auf einer realen Messe, dort sind ja auch Ansprechpartner vor Ort“, fügt Schwenker hinzu.

„Für die Auswertungen rund um die Messe ist auch gesorgt“, verspricht Schwenker den Ausstellern eine Statistik mit Besucherzahlen, Verweildauer auf der Messe sowie am Stand. Auch für die Schulen – mit 70 Lernorten sei man in Kontakt, so Schwenker – könnte sich ein Modell ergeben, den Besuch der virtuellen Messe konkret in die Lernaufgaben für die Schüler einzubinden. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen wir keine detaillierten Aufzeichnungen weiterleiten“, erläutert Schwenker, „aber wir prüfen gerade unsere Möglichkeiten, Auswertungen mit ausdrücklicher Erlaubnis der Besucher vorzunehmen.“ So könnte es möglich werden, dass Schüler zum Beispiel einen Bericht über ihren Messerundgang schreiben. „Von unserer Seite aus werden wir das mit einer Rallye mit interessanten Preisen unterstützen.“

Künftig sollen reale und virtuelle Messe gemeinsam stattfinden

Die Firmen haben verschiedene Optionen, sich in die Messe einzubuchen. Es gibt unterschiedlich ausgestaltete Pakete zu 990 und 1.290 Euro. Schwenker weiß, dass das auf den ersten Blick nicht günstig ist, zumal man mit der Messe Neuland betritt. Er weist deshalb darauf hin, dass die "virtuelle Diepholzer Berufsmesse ein Bestandteil der Zukunft sein wird“.

Künftig würden reale und virtuelle Messe gemeinsam stattfinden. Jetzt anfallende „initiale Kosten“ würden bei weiteren Auflagen wegfallen. Die Virtualität habe natürlich den Vorteil, dass „die Stände ohne Aufbau-, Abbau- und Lagerkosten weiter vorgehalten und immer wieder verwendet werden können“. Auch die Reichweite der Messepräsenz insgesamt dürfte angesichts der Affinität des eher jüngeren Publikums der Berufsmesse für digitale Welten eher zunehmen.

  • Info: Kontakt gibt es telefonisch unter der Nummer 05441/5939773 oder per E-Mail an onlinemesse@diepholzer-berufsmesse.de.

Kommentar von Roland Kühn (Wirtschaftsreporter):

Die erste virtuelle Berufsmesse in der Region wird funktionieren. Insbesondere der berufliche Nachwuchs dürfte mit Unterstützung durch die Schulen diese neue Form der Präsentation von Berufs- und Lehrstellenangeboten nutzen. Der Zielgruppe der Plattform, neudeutsch als „Digital Natives“ bezeichnet, wird das Format gefallen. Das weltweite Internet bringt die Jobs gleich ins Haus – und die Jobs gibt es idealerweise gleich vor der (realen) Haustür – bei den Firmen in der Region.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Die Diepholzer Berufsmesse findet doch statt - virtuell - OM online