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Weitere Coronafälle in Dissener Schlachthof

Nach weiteren Tests haben sich unter denBeschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen bei Osnabrück 54 neue Coronavirus-Fälle bestätigt.

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Symbolfoto: dpa

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Das ist das Ergebnis des zweiten Tests bei 126 Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag mit. 38 dieser neuen bestätigten Fälle seien bereits als Kontaktpersonen in Quarantäne, weitere 16 Menschen müssten nun ebenfalls in Quarantäne. Ihre Kontaktpersonen würden ermittelt. Nach dem bisherigen Notbetrieb werde Westcrown für zwei Wochen geschlossen.

Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown hatte am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen - bis zu drei Tage lang durfte der Betrieb vorhandene Fleischvorräte abarbeiten. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer
Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten
Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurden.

Notzerlegung am Mittwoch abgeschlossen

Der Landkreis teilte mit, die genehmigte Not-Zerlegung der
Fleischvorräte sei bis zum Mittwochabend bewältigt worden. Dabei ging es den Angaben zufolge um bereits geschlachtete Sauen, die entweder schon im Unternehmen waren oder die sich in der Anlieferung aus ganz Europa befanden und nicht mehr gestoppt werden konnten. Damit sollte die Vernichtung von Schweinefleisch verhindert werden. Für die Arbeiten wurden negativ getestete Beschäftigte eingesetzt.

Neue Testergebnisse kommen nicht überraschend

Der gemeinsame Gesundheitsdienst von Landkreis und Stadt Osnabrück habe die weitere Verbreitung der Infektion «durchaus erwartet», teilte der Landkreis mit. Die Wahrscheinlichkeit, dass beim ersten Test am vergangenen Freitag Mitarbeiter mit dem Virus infiziert, aber noch in der Inkubation waren, sei als hoch eingeschätzt worden. Und dann lasse sich das Virus noch nicht nachweisen. Auch im Zeitraum zwischen dem ersten Abstrich am Freitag vergangener Woche und den Testergebnissen am Sonntag könne das Virus in den Sammelunterkünften weitergegeben worden sein.

Gesundheitsdienst ordnet Quarantäne an

Der Gesundheitsdienst arbeite nun mit drei Teams daran, die
Quarantäne für die 16 Werkvertragsarbeiter an 9 verschiedenen
Wohnadressen auszusprechen - und vor allem auch deren Kontaktpersonen zu ermitteln. Die Fleischindustrie setzt, wie andere Branchen auch, in starkem Maße auf osteuropäische Werkvertragsarbeiter. Politiker, Gewerkschafter und Kirchen kritisieren seit Jahren vielfach schlechte Arbeits- und Wohnbedingungen dieser Menschen.

Niedersachsens Landesregierung hatte angekündigt, sämtliche 23 700
Beschäftigen in 183 fleischverarbeitenden Betrieben im Land testen zu
lassen. Getestet werden sollten zunächst alle Mitarbeiter, die Symptome zeigen, und dann alle, die als Werkvertragsarbeiter
möglicherweise mit von dem Coronavirus betroffenen Schlachthöfen in Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein in Kontakt waren.
Anschließend sollten sämtliche anderen Beschäftigten getestet werden.

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